Ein Malworkshop klingt für manche sofort nach „Hilfe, ich kann nur Strichmännchen zeichnen“ und für andere nach „Endlich darf ich wieder ohne Anleitung mit Farbe herumkleckern“. Und genau deshalb ist ein Malworkshop an künstlerischen Orten in den ganzen Niederlanden so wunderbar. Denn egal, ob du ein heimlicher Van Gogh bist oder jemand, der stolz auf eine gerade Linie ist: Jeder ist willkommen. Stell dir vor: Du beginnst in Amsterdam, irgendwo im Jordaan. Alte Gebäude, schiefe Bürgersteige und ein Atelier, in das das Tageslicht genau richtig fällt. Der Kursleiter sagt so etwas wie: „Lass dich von der Umgebung inspirieren“, während du vor allem darüber nachdenkst: Wie mische ich Hautfarbe, ohne dass es wie Karottenpüree aussieht? In der Zwischenzeit entstehen Gemälde, von denen vorher niemand gedacht hätte, dass sie jemals an der Wand hängen dürften. Einschließlich jenes einen Werks, von dem alle sagen: „Ja … das ist sehr ausdrucksstark.“ Weiter geht’s nach Rotterdam, wo Kunst ein bisschen größer, frecher und weniger nachsichtig ist. Street Art, Beton und Mut. Hier darf Farbe tropfen. Das muss sogar. Jemand ruft, dass seine Leinwand „industriell“ geworden ist, obwohl er eigentlich zu viel Wasser verwendet hat. Niemand korrigiert ihn. Das ist Rotterdam. Hier nennt man einen Fehler einfach eine Stilentscheidung.